Die wichtigsten Druckverfahren für Werbemittel - ein Überblick

Posted by Marie von Werbezeichen on 21.02.2019
Marie von Werbezeichen

Wie kommt mein Logo eigentlich auf das Produkt? Auf diese Frage gibt es nicht die eine richtige Antwort – denn es kommt neben dem gewünschten Material auch auf Faktoren wie Kosteneffizienz, Möglichkeiten der individuellen Gestaltung und die Qualität der Erzeugnisse an. Jedes Druckverfahren hat seine ganz
speziellen Eigenschaften: Wir stellen die unterschiedlichen Druckverfahren und die damit verbundenen Vor- und Nachteile vor.

Der Tampondruck: Für feine und grazile Motive

Der Tampondruck ist ein Spezialdruckverfahren, welches hauptsächlich zum Bedrucken von Kunststoffkörpern genutzt wird. Dabei wird die Druckfarbe auf einen elastischen Tampon aus  Silikonkautschuk aufgebracht und dann stempelartig aufgetragen.

Der große Vorteil: Dadurch, dass die Rolle so flexibel ist, können auch unebene und rundliche Oberflächen bedruckt werden. Gerade für feine und grazile Druckmuster und mehrfarbige Drucke ist der Tampondruck aufgrund seines besonderen Verfahrens gut geeignet. Für Feuerzeuge, Kugelschreiber, Golfbälle
oder andere Produkte mit gewölbter Fläche wird dieser Druck daher häufig eingesetzt. An seine Grenzen stößt er dagegen bei großflächigeren Drucken, da der Tampon nur eine eingeschränkte Druckfläche hat. 

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Der Siebdruck: Universell und Flexibel

Der Siebdruck ist eines der vielseitigsten und gleichzeitig ältesten Druckverfahren. Er gehört zur Art des Durchdrucks: Hier wird die Farbe durch eine Schablone hindurchgedruckt und so auf das Material aufgetragen. Geeignet ist der Druck für alle glatten Oberflächen, daher ist er für nahezu alle Bedruckstoffe verwendbar. Vor allem werden aber Gläser, Textilien, Sonnenbrillen und Tassen damit veredelt.

Im Gegensatz zum Tampondruck kann der Siebdruck gut für großflächige Drucke genutzt werden und. Bei kleineren Produkten wird es durch die leicht grobe Textilstruktur dagegen schwieriger und der Druck weniger fein. Außerdem ist der Farbauftrag brillant, seine Farbintensität sehr hoch und der Druck langlebig.
Da das Verfahren aber recht aufwendig und teuer ist, wird es meist für eher kleinere Auflagen genutzt.


Der Sublimationsdruck: Langlebig und qualitativ hochwertig

Beim Sublimationsdruck wird das Material erst tief mit Farbe durchdrängt und dann mit einem sogenannten Kalander fixiert: Wärmeempfindliche Farbstoffe verdampfen unter Wärmeeinfluss und verbinden sich mit einem Trägermaterial aus Polyester. Die Tinte wird so Teil des Trägermaterials und hat damit den großen Vorteil, dass der Druck sehr langlebig und das Motiv waschbar ist. Außerdem ist der Druck nicht spürbar, daher eignen sich auch große Druckflächen für den Sublimationsdruck.

Wer einen fotorealistischen Druck sucht, ist mit diesem Verfahren auf der richtigen Seite. Neben Textilien können auch andere Materialien wie Gläser, Keramikobjekte, Kunststoffprodukte wie Handyhüllen, Holzrahmen oder Fotogeschenke aus Edelstahl bedruckt werden. Ein kleiner Wermutstropfen: Für
schwarze und dunkle Textilien ist dieses Verfahren nicht geeignet.

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Der Transferdruck: Haltbar und vielseitig

Beim Transferdruck wird die Farbe nicht direkt auf das Produkt aufgebracht, sondern zunächst spiegelverkehrt auf Transferpapier oder Folie gedruckt und mit einer Klebeschicht überzogen. Anschließend wird dieses Papier mit der bedruckten Seite auf das Werbemittel gelegt und das Motiv mithilfe einer
Transferpresse unter Hitze gebügelt. Dieses Verfahren wird meist für Textilien verwendet, aber auch Holz, Aluminium, Glas und Keramik können mit dem Transferdruck veredelt werden.

Der Transferdruck punktet vor allem durch seine Langlebigkeit, die durch die Klebeschicht zwischen Farbe und Produkt erreicht wird. So können Textilien anschließend sogar bis zu 60 Grad gewaschen werden. Außerdem bietet das Verfahren eine große Farbvielfalt, durch die zusätzlich benötigten Arbeitsschritte ist der Transferdruck aber auch etwas teurer.

Der Doming-Druck: Ein Druck mit ganz besonderem Effekt

Das Doming ist ein computergestütztes Druckverfahren mit 3D-Effekt. Hier werden fotorealistische Bilder oder Logos als eine Art Sticker erstellt und auf dem gewünschten Werbeartikel aufgebracht. Beliebt ist das Doming-Verfahren vor allem wegen seines besonderen Looks: Durch den Überzug mit einer
Harzschicht wird der Druck geschützt und bekommt seinen typischen 3D-Effekt. Dadurch wird er außerdem wetterfest und knitterfrei, ist gleichzeitig aber nicht starr wie Glas, sondern kann sich dem Untergrund gut anpassen.

Grundsätzlich haften die Doming-Sticker auf jedem Untergrund. Im Gegensatz zu anderen Druckverfahren kann der Sticker auch auf gekrümmten Flächen angebracht werden - Produkte wie Regenschirme oder andere Produkte mit Aussparungen bieten sich hier an. Außerdem ist diese Form von Logogestaltung
sehr kostengünstig.

 

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Der Digitaldruck: Für individualisierte Werbemittel

Beim Digitaldruck werden keine Schablonen wie beim Siebdruck erstellt, sondern ein Computer leitet die Druckdaten direkt an die Druckmaschine weiter. Das nennt sich auch Non-Impact-Druckverfahren. Als Digitaldruck werden verschiedene Methoden bezeichnet, darunter die Ionografie, Magnetografie und
die Thermografie. Am weitesten verbreitet ist aber das Laserdruckverfahren.

Digitaldruckmaschinen sind eher langsam und kommen daher bei kleinerer Anzahl an Druckobjekten zum Einsatz. Ein weiterer Nachteil: Anders als bei Verfahren mit Schablonen, wird beim Digitaldruck jedes Bild neu erstellt – daher können einzelne Exemplare leicht abweichen. Das wiederum bietet aber auch den Vorteil, dass man jede Seite variabel anpassen kann und erlaubt individualisierte Produkte. Die Bedruckstoffe sind dabei vielfältig: Häufig wird diese Methode bei Papier, Vinyl oder Elektroartikeln eingesetzt.

Das Stick-Verfahren: Die beliebteste Form der Textilveredelung

Für Textilien eignen sich neben klassischen Druckverfahren auch Stickereitechniken. Das Verfahren ist eine der beliebtesten Formen der Textilveredelung, da das aufgebrachte Motiv hochwertig und edel aussieht,
gleichzeitig aber auch langlebig ist. Es wird durch eine Stickmaschine auf die Textilien angebracht, die Bilder können dabei einfarbig aber auch mehrfarbig sein. Im Normalfall sind Bestickungen wasch- und farbecht.

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Die Gravur: Die ganze besondere Veredelung

Eine weitere Form der Veredelung für Werbemittel ist das Verfahren der Gravur. Das ist gerade bei Produkten beliebt, bei denen nicht unbedingt das Logo im Mittelpunkt stehen soll, sondern der Geschenkecharakter hervorgehoben wird. Eine Gravur wird direkt in das Material eingebrannt und macht das Objekt so besonders wertig.

Im Gegensatz zu einem Druckverfahren wird bei der Gravur keine Farbe aufgetragen, daher ist sie Gravur besonders langlebig: kein Verblassen, kein Abblättern. Durch die schnelle Einrichtung der Maschinen können mit dem Gravurverfahren in kurzer Zeit viele unterschiedliche Produkte veredelt werden und lohnt sich daher auch für individualisierte Geschenke. Durch die hohe Präzision der Maschinen sind feine Namensgravuren ebenfalls kein Problem. Ein Nachteil ist die Einschränkung der Farbwahl. Die üblichen Druckprodukte sind hier Holz, Papier, Plastik oder Aluminium.

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